Dr. Falk Richter, Dipl.-Psych.

Dr. Falk Richter,
Dresden




27.09.2012:

Prophylaxe gegen depressive Verstimmung in Herbst und Winter

Tags: Arbeitsgestaltung und Ergonomie Betriebliche Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement Selbstmanagement und Zeitmanagement


Im Herbst und Winter neigen viele Menschen zu einer depressiven Verstimmung.


© Falk Richter
Dies ist im wesentlichen auf zwei Ursachen zurückzuführen:

1. Die Tage werden kürzer, das Wetter ist häufig schlechter. Die zunehmende Dunkelheit fördert die Bildung des Hormons Melatonin, welches den Schlaf fördert. Dabei wird gleichzeitig das aktivierende und stimmungsaufhellende Hormon Serotonin abgebaut.

2. Aufgrund des schlechten Wetters und der Dunkelheit am Abend stellen wir viele Aktivitäten des Sommers ein. Wir bewegen uns weniger und gehen auch weniger unter Leute. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit von Erlebnissen, die uns Freude und Glück bringen könnten.

Dagegen hilft, die Zeit des Lichts intensiv zu nutzen, aktiv zu bleiben und soziale Kontakte aufrechtzuerhalten! Ein ausführlicher Beitrag dazu:

Was tun gegen schlechte Stimmung in Herbst und Winter?

Dies betrifft auch die Gestaltung des Arbeitsalltags (Arbeitsgestaltung, Selbstmanagement)!

Sofern Sie es beeinflussen können: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz so, dass Sie möglichst viel natürliches Licht abbekommen!

Wer den ganzen Tag in einem dunklen Büro sitzt und womöglich noch alleine arbeitet, hat quasi die besten Voraussetzungen, dem notwendigen Licht zu entgehen und sich von positiven Erlebnissen abzuschneiden. Frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit ist die Sonne noch nicht aufgegangen, wenn Sie Ihr Unternehmen verlassen, ist es bereits wieder dunkel.

Nutzen Sie die daher wenigstens Ihre Pausen, um Sonne zu tanken. Aber auch ein kleiner Spaziergang bei nicht so tollem Herbstwetter wird Ihnen gut tun.

Achten Sie bitte auch darauf, in Ihrer Freizeit aktiv zu sein! Sie könnten z.B. am Abend ins Fitnessstudio gehen, wo Sie gleichzeitig Sport treiben aber auch Leute treffen können.

Beachten Sie bitte: Eine depressive Verstimmung tritt nicht sofort nach einem Tag des Drinnenhockens ein, sondern entwickelt sich erst langsam. Wenn es dann soweit ist, fällt es allerdings schwer, dort wieder herauszukommen und sich notwendigen Aktivitäten zuzuwenden! Daher ist es notwendig, regelmäßig aktiv zu sein und sich angenehme Erlebnisse durch positive Aktivitäten zu verschaffen - weitere Anregungen dazu: Möglichkeiten für positive Erlebnisse und Aktivitäten.

Wichtig ist allerdings auch der soziale Kontakt. Einerseits in den Pausen, andererseits aber auch bei der gemeinsamen Bearbeitung von Projekten und beim arbeitsbezogenen Austausch mit Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden. Dies setzt natürlich voraus, dass der soziale Kontakt unter Kollegen und mit dem Vorgesetzten durch gegenseitige wertschätzung geprägt ist.

Zusammengefasst: Achten Sie darauf, dass Sie (auch bei schlechtem Wetter) viel draußen sind und natürliches Licht abbekommen! Seien Sie aktiv (Sport, Bewegung allgemein)! Und seien Sie regelmäßig unter Menschen!

Der Herbst hat viele schöne Seiten und bietet vor allem etwas für das Auge:

Herbstlaub

...

Beachten Sie dazu bitte auch meine Angebote zum Thema Selbstmanagement !

...

Diesen Beitrag teilen: Facebook Twitter Google plus XING LinkedIn AddThis

...

Zur Übersicht aller Beiträge im News-Blog